Die Wahrheit über
Blaulichtfilter
Die Wahrheit über
Digitale Geräte begleiten uns täglich – im Beruf, in der Schule und im Alltag unserer Kinder. Gleichzeitig tauchen immer häufiger Fragen auf:
• Schadet Blaulicht den Augen?
• Brauchen Kinder einen Blaulichtfilter?
• Sind Blaulichtfilter-Brillen medizinisch notwendig?
• Oder handelt es sich eher um ein Komfortprodukt?
Mit unserem Video und dieser Seite möchten wir sachlich aufklären, auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse.
Unter bestimmten experimentellen Bedingungen kann intensives, kurzwelligeres Licht oxidativen Stress in retinalen Zellen auslösen. Diese Erkenntnisse stammen jedoch überwiegend aus Labor- und Tierstudien mit hoher Bestrahlungsintensität.
Für handelsübliche digitale Geräte gilt nach aktuellem wissenschaftlichem Stand: Die Emissionen liegen unterhalb international festgelegter Grenzwerte, bei denen akute photochemische Netzhautschäden zu erwarten wären.
Eine systematische Übersichtsarbeit sowie ein aktueller Cochrane-Review kommen zu dem Ergebnis, dass es derzeit keine gesicherten Hinweise auf retinotoxische Effekte durch übliche Bildschirmnutzung gibt. Gleichzeitig ist die langfristige kumulative Wirkung über Jahrzehnte wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt.
Viele Nutzer berichten über:
• Augenbrennen
• Kopfschmerzen
• verschwommenes Sehen
• Konzentrationsprobleme
Diese Symptome werden unter dem Begriff „Computer Vision Syndrome“ (CVS) oder „Digital Eye Strain“ zusammengefasst.
Ursachen sind häufig:
• reduzierte Lidschlagfrequenz
• trockene Raumluft
• dauerhafte Naharbeit
• ergonomische Faktoren
Nicht ausschließlich Blaulicht.
Hier muss klar unterschieden werden.
Viele sogenannte Blaulichtfilter-Brillen besitzen lediglich eine spezielle Entspiegelung. Diese reflektiert einen kleinen Teil des kurzwelligen Lichts. Messungen zeigen, dass der überwiegende Anteil – häufig über 90 % – weiterhin das Glas passiert. Solche Beschichtungen können subjektiv als angenehmer empfunden werden, stellen jedoch keine materialbasierte Filterung dar.
Ein echter Filter wirkt im Glasmaterial selbst. Bestimmte Wellenlängen werden absorbiert und dadurch messbar reduziert.
Beispiele:
• 420-nm-Gläser reduzieren kurzwellige Anteile bis etwa 420 nm.
• 430-nm-Filter, häufig kombiniert mit leichter Tönung (z. B. bernsteinfarben), erhöhen die Reduktion im blau-violetten Bereich weiter.
Je stärker die Filterwirkung, desto deutlicher kann sich die Farbwirkung des Glases verändern. Die Auswahl erfolgt individuell – abhängig von Alter, Nutzung und Sehkomfort.
Mit zunehmendem Alter wird die Augenlinse gelblicher und absorbiert mehr kurzwelliges Licht. Die natürliche Filterwirkung nimmt dadurch sogar zu. Gleichzeitig verändert sich jedoch die Lichtstreuung im Auge. Das einfallende Licht wird diffuser verteilt, was zu erhöhter Blendempfindlichkeit führen kann – insbesondere bei Gegenlicht, Scheinwerfern oder starkem Kontrast. Diese Blendempfindlichkeit ist jedoch kein klassisches Blaulichtproblem, sondern hängt mit altersbedingten Veränderungen der Augenlinse und der optischen Medien zusammen. Für solche Beschwerden stehen unterschiedliche optische Lösungen zur Verfügung – etwa spezielle Kontrastfilter, angepasste Tönungen oder individuell abgestimmte Glasdesigns.
Wir arbeiten transparent mit unseren Glasherstellern zusammen. Auf Wunsch können spektrale Transmissionen und technische Eigenschaften einzelner Gläser im Detail erläutert werden. Unsere Demonstrationsmodelle im Geschäft arbeiten mit einer Lichtquelle von 408 nm – innerhalb des in der Fachliteratur beschriebenen Blue-Light-Hazard-Bereichs von etwa 400-455 nm. Die Darstellung dient ausschließlich der visuellen Veranschaulichung physikalischer Unterschiede.
Quellen:
ICNIRP (2013), SCHEER (2018), ANSI/IES RP-27, Lawrenson et al. (2017), Cochrane Review – Downie et al. (2023), Sheppard & Wolffsohn (2018), Rosenfield (2011), Kuse et al. (2014), Jaadane et al. (2015), Wahl et al. (2019), Cougnard-Gregoire et al. (2023)
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